Flankenschmerzen in den Wechseljahren: Niere oder Hormone? Ursachen und Warnzeichen

Flankenschmerzen in den Wechseljahren: Niere oder Hormone? Ursachen und Warnzeichen

Die Women's Health Initiative war eine der größten Studien, die je zur Hormontherapie gemacht wurden. Über 27.000 Frauen nach der Menopause bekamen per Los entweder Östrogen oder ein Placebo, und die Forschenden zählten jahrelang, was passierte. Herzinfarkte, Brustkrebs, Knochenbrüche. Und, eher nebenbei, Nierensteine.

2010 kam dabei etwas heraus, womit viele nicht gerechnet hatten. Unter Östrogen stieg die Zahl der Nierensteine von 34 auf 39 Fälle pro 10.000 Frauen und Jahr (Maalouf et al., Archives of Internal Medicine, 2010). Acht Jahre später wertete ein Team aus Harvard die Daten von 108.639 Krankenschwestern aus und fand das Gegenteil, zumindest fast. Dort hatte die Hormontherapie keinen messbaren Einfluss auf Nierensteine. Stattdessen war die Menopause selbst mit einem um etwa 27 Prozent höheren Steinrisiko verbunden (Prochaska et al., Journal of Urology, 2018).

Verwirrend, ich weiß. Aber genau so funktioniert das Thema Flankenschmerzen in den Wechseljahren: Die Hormone sind selten die direkte Ursache für den Schmerz in der Seite. Aber sie verschieben, welche Ursachen wahrscheinlicher werden. Welche das sind, woran du sie unterscheiden kannst und wann du nicht bis Montag warten solltest, steht hier.

Wo die Flanke eigentlich ist

Die Flanke ist der seitliche Bereich zwischen dem untersten Rippenbogen und dem Beckenkamm, also etwa dort, wo man die Hände in die Hüften stemmt, nur eine Handbreit höher. Hinter diesem Bereich liegen die Nieren, davor und daneben Darm, Gallenblase (rechts), Muskeln, Wirbelsäule und eine ganze Reihe von Nerven, die gürtelförmig um den Rumpf laufen.

Ein Schmerz in der Flanke sagt erst einmal nur, wo es weh tut, nicht was. Das MSD Manual, eines der Standard-Nachschlagewerke der Medizin, zählt neben Nierensteinen und Nierenentzündungen auch Probleme der Wirbelsäule und der Nervenwurzeln, Muskelverletzungen, Durchblutungsstörungen von Niere oder Darm und die Aussackung der Bauchschlagader auf.

Gibt es Flankenschmerzen durch die Wechseljahre?

Direkt, also so, wie Hitzewallungen durch die Wechseljahre entstehen: nein, dafür gibt es keinen Beleg. Ich habe keine Studie gefunden, die Östrogenmangel als eigenständige Ursache von Schmerzen in der Flanke beschreibt. Seiten, die das so darstellen, verkaufen in der Regel etwas.

Indirekt aber schon, und zwar über mehrere Wege. Die Menopause verändert die Zusammensetzung des Urins, die Schleimhäute der Harnwege, die Dichte der Wirbelknochen. Dazu kommt das Alter selbst, mit dem das Risiko für Gürtelrose steigt. Und wer eine Hormontherapie nimmt, hat ein etwas anderes Risikoprofil als wer keine nimmt. Das sind die fünf Kandidaten, die ich mir genauer angesehen habe.

Nierensteine: das Risiko steigt nach der Menopause

In Deutschland hatten nach einer repräsentativen Befragung von 7.500 Menschen 5,9 Prozent der Frauen zwischen 50 und 64 Jahren schon einmal einen Harnstein. Die Rückfallquote schätzten die Autoren auf 42 Prozent, und gut 40 Prozent der Steine gingen von selbst ab (Hesse et al., European Urology, 2003).

Ob die Menopause daran etwas ändert, war lange unklar. Eine frühere Auswertung der Nurses' Health Study fand für die natürliche Menopause keinen Zusammenhang, wohl aber ein um 39 Prozent höheres Risiko nach operativer Entfernung der Eierstöcke (Mattix Kramer et al., Journal of the American Society of Nephrology, 2003). Die größere Folgeauswertung von 2018 mit 22 Jahren Beobachtung sah dann für beide Formen ein höheres Risiko: 27 Prozent nach natürlicher, 43 Prozent nach operativer Menopause. Bei 658 Frauen, die ihren Urin einmal vor und einmal nach der Menopause 24 Stunden lang gesammelt hatten, war er danach messbar anders zusammengesetzt (Prochaska et al., 2018).

Und die Hormontherapie? Da widersprechen sich die Studien, wie oben beschrieben. Die Women's Health Initiative ist eine randomisierte Studie und deshalb in der Beweiskraft stärker. Sie hat allerdings nur ein einziges Präparat getestet, Tabletten mit konjugierten Östrogenen aus Stutenharn, und keine Gele oder Pflaster. Mein Fazit: Wer schon Nierensteine hatte, sollte das vor einer Hormontherapie ansprechen. Ein Grund, eine gut wirksame Therapie gegen Hitzewallungen abzulehnen, ist ein Mehr von fünf Fällen pro 10.000 Frauen und Jahr für die meisten nicht.

So fühlt sich eine Nierenkolik an: Der Stein rutscht in den Harnleiter, der sich um ihn herum verkrampft. Das erzeugt heftige, krampfartige Schmerzen im unteren Rücken und in der Flanke, die oft bis in die Leiste ausstrahlen. Sie kommen in Schüben von 20 bis 60 Minuten und lassen dann wieder nach. Übelkeit und Erbrechen sind häufig, und oft findet sich Blut im Urin, sichtbar oder erst im Teststreifen (MSD Manual).

Das Wichtigste, was du selbst gegen einen Rückfall tun kannst, ist unspektakulär: trinken. Die deutsche Leitlinie zur Harnsteinerkrankung nennt eine ausreichende Verdünnung des Urins die wichtigste Maßnahme überhaupt. Ziel sind mindestens 2 bis 2,5 Liter Urin am Tag, dafür braucht es 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit, über den Tag verteilt. Zuckergesüßte Softdrinks zählen nicht, sie erhöhen das Risiko sogar (S2k-Leitlinie Urolithiasis, AWMF 043-025, 2019). Wer herzkrank ist oder weniger trinken soll, klärt die Menge mit der Ärztin ab.

Nierenbeckenentzündung: wenn die Blasenentzündung aufsteigt

Mit dem sinkenden Östrogenspiegel werden die Schleimhäute von Scheide und Harnröhre dünner, und das Milieu in der Scheide wird weniger sauer. Das gilt als einer der Gründe, warum Blasenentzündungen nach der Menopause öfter wiederkehren. Mehr dazu steht in unserem Artikel über Blasenschwäche und Harndrang.

Steigt eine solche Entzündung bis ins Nierenbecken auf, schwillt das Nierengewebe an und dehnt die Nierenkapsel. Das erzeugt, anders als der Stein, einen gleichmäßigen, ziehenden Schmerz in der Flanke. Dazu kommen typischerweise Fieber und ein Klopfschmerz über der Niere (MSD Manual).

Eine Nierenbeckenentzündung ist kein Fall für Hausmittel. Sie gehört ärztlich behandelt, meist mit Antibiotika. Wenn du Fieber und Flankenschmerzen zusammen hast, geh am selben Tag zum Arzt, am Wochenende in die Bereitschaftspraxis oder Notaufnahme.

Was ich an diesem Thema interessant finde: Gegen die wiederkehrenden Blasenentzündungen, aus denen solche Nierenbeckenentzündungen oft hervorgehen, gibt es bei Frauen nach der Menopause ein recht gut untersuchtes Mittel, das viele nicht kennen. Östrogen als Creme oder Zäpfchen in der Scheide. Eine italienische Auswertung von 17 Studien mit 2.111 Frauen fand nach der Behandlung deutlich seltener wiederkehrende Harnwegsinfekte als davor (Porcari et al., Climacteric, 2026). Die Einschränkung: Das waren überwiegend Vorher-Nachher-Vergleiche, keine Placebostudien, der Effekt dürfte also etwas überschätzt sein. Der pH-Wert in der Scheide sank unter der Behandlung im Schnitt um 1,3 Punkte, das Milieu wurde also wieder saurer. Die Autoren sehen die Empfehlung der Leitlinien bestätigt. Diese lokale Behandlung wirkt kaum im restlichen Körper und ist etwas anderes als eine Hormontherapie in Tablettenform. Frag in der gynäkologischen Praxis danach, wenn dich Blasenentzündungen immer wieder erwischen.

Wirbelbrüche: der Rückenschmerz, der keiner zu sein scheint

Diese Ursache hatte ich beim Einstieg in das Thema nicht auf dem Zettel, und sie ist vermutlich die am meisten unterschätzte.

In Siena haben Forschende 2.450 Frauen ab 60 untersucht, die ausdrücklich keine Rückenschmerzen hatten. Bei denjenigen mit auffälliger Knochendichtemessung wurde die Wirbelsäule geröntgt. Bei 204 von 885 auswertbaren Aufnahmen, also bei 23 Prozent, fand sich mindestens ein Wirbelbruch, von dem niemand etwas wusste. Bei den über 75-Jährigen waren es mehr als 30 Prozent (Nuti et al., Clinical Orthopaedics and Related Research, 2014).

Dass so viele Brüche unbemerkt bleiben, heißt auch: Ein Wirbelbruch bei Osteoporose braucht keinen spektakulären Sturz. Und weil die Nerven aus der Brust- und Lendenwirbelsäule um den Rumpf herumlaufen, kann der Schmerz seitlich ausstrahlen und sich eher wie ein Flankenschmerz anfühlen als wie ein Rückenschmerz. Die Wirbelsäule steht im MSD Manual nicht umsonst auf der Liste der Ursachen.

Hellhörig würde ich werden, wenn der Schmerz plötzlich nach einer Alltagsbelastung angefangen hat, du kleiner geworden bist oder bei dir schon eine verringerte Knochendichte bekannt ist. Dann gehört eine Röntgenaufnahme dazu. Was du vorbeugend tun kannst, steht in unserem Artikel über Osteoporose in den Wechseljahren.

Häufiger als ein Bruch dürften schlicht verspannte Muskeln oder gereizte Gelenke an der Wirbelsäule sein. Diese Schmerzen hängen typischerweise von Bewegung und Haltung ab, bessern sich mit Wärme und Bewegung, und du kannst meist genau auf die Stelle zeigen. Strahlt es eher tief ins Gesäß aus, lohnt ein Blick auf das Iliosakralgelenk.

Gürtelrose: Schmerz zuerst, Ausschlag später

Die Gürtelrose hat ihren Namen, weil sie so oft gürtelförmig auf einer Seite des Rumpfes auftritt, also genau in der Flanke. Das Tückische: Bei 70 bis 80 Prozent der Betroffenen kommen die Schmerzen, das Brennen oder Kribbeln ein bis fünf Tage vor dem Ausschlag (GPnotebook). In diesen Tagen kann sie sich anfühlen wie eine Nierenkolik, ein Muskelzerren oder etwas Undefinierbares.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 5 bis 6 von 1.000 Menschen an Gürtelrose, Frauen häufiger als Männer, und mit dem Alter steigt das Risiko für Komplikationen, vor allem für lang anhaltende Nervenschmerzen, die postherpetische Neuralgie. 2009 betrafen sie 15 Prozent der Erkrankten (Hillebrand et al., Journal of Infection, 2015).

Wenn ein einseitiger, brennender oder oberflächlicher Schmerz in der Flanke auftaucht, bei dem schon Kleidung auf der Haut unangenehm ist: Schau die nächsten Tage genau auf die Haut. Wenn Bläschen erscheinen, sollte die Behandlung möglichst schnell beginnen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung mit dem Totimpfstoff allen ab 60 Jahren und früher bei geschwächtem Immunsystem oder schweren Grunderkrankungen. Ab 50 Jahren schützt sie laut Studien zu 92 Prozent vor Gürtelrose (infektionsschutz.de, Stand März 2026).

Flankenschmerzen rechts: auch an die Galle denken

Rechts unter dem Rippenbogen liegt die Gallenblase, und Gallensteinschmerzen können in den Rücken und die rechte Seite ausstrahlen. Das ist der Punkt, an dem die Hormontherapie noch einmal eine Rolle spielt.

Wieder die Women's Health Initiative: Unter Östrogen-Tabletten kam es deutlich häufiger zu Erkrankungen der Gallenblase. Bei Östrogen allein stieg die Rate von 47 auf 78 Fälle pro 10.000 Frauen und Jahr, bei Östrogen plus Gestagen von 35 auf 55. Auch Gallenblasenentfernungen waren häufiger (Cirillo et al., JAMA, 2005). Das ist ein deutlicherer Effekt als bei den Nierensteinen.

Der Weg, auf dem das Östrogen in den Körper kommt, macht dabei offenbar einen Unterschied. Die britische Million Women Study hat über eine Million Frauen nach der Menopause begleitet. Mit Östrogen-Tabletten landeten sie etwa 1,7-mal so oft wegen der Galle im Krankenhaus wie Frauen ohne Hormone, mit Pflaster oder Gel nur etwa 1,2-mal so oft. Auf fünf Jahre gerechnet ließe sich mit der Anwendung über die Haut statt Tabletten eine Gallenblasen-Operation pro 140 Anwenderinnen vermeiden (Liu et al., BMJ, 2008). Wer schon Gallensteine hatte, sollte das bei der Wahl der Hormontherapie ansprechen.

Google schlägt bei diesem Thema als Erstes „rechts", „links" und „beidseitig" vor, deshalb eine ehrliche Antwort darauf: Die Seite verrät weniger, als man hofft.

Nierensteine, Nierenbeckenentzündungen und Gürtelrose treten meist einseitig auf, links genauso wie rechts. Rechts kommt die Gallenblase als zusätzlicher Kandidat hinzu. Beidseitige Schmerzen in der Flanke sprechen meiner Einschätzung nach eher für Muskeln und Wirbelsäule, weil Steine und Entzündungen meist nur eine Niere betreffen. Ausschließen lässt sich damit aber nichts. Mehr sagt der Charakter des Schmerzes: wellenförmig und unerträglich, gleichmäßig mit Fieber, bewegungsabhängig, brennend auf der Haut.

Wann Flankenschmerzen ein Notfall sind

Hier würde ich nicht abwarten, sondern sofort ärztliche Hilfe suchen oder die 112 anrufen:

  • Flankenschmerzen mit Fieber oder Schüttelfrost. Ein gestauter Harnleiter mit Infektion gilt in der deutschen Leitlinie als urologischer Notfall, der sofort entlastet werden muss (S2k-Leitlinie Urolithiasis).
  • Kolikartige Schmerzen, die sich mit normalen Schmerzmitteln nicht beherrschen lassen, oder Erbrechen, bei dem nichts mehr drin bleibt.
  • Plötzlicher, vernichtender Schmerz in Bauch, Flanke oder Rücken mit Schwindel, Blässe oder Kreislaufproblemen. Das MSD Manual nennt das geplatzte Bauchaortenaneurysma und die plötzliche Unterbrechung der Durchblutung von Niere oder Darm unter den Ursachen von Flankenschmerzen. Beides ist selten, aber lebensgefährlich.
  • Flankenschmerzen, wenn du nur eine Niere hast oder kaum noch Urin kommt.

Innerhalb weniger Tage abklären lassen solltest du:

  • Blut im Urin, auch wenn es nur einmal war und nicht weh tut. Leitlinien empfehlen laut dieser Studie, bei Blut im Urin bei Männern wie Frauen einen Tumor auszuschließen. Eine US-Studie mit über 7.600 Betroffenen zeigte, dass bei Frauen bis zur Diagnose Blasenkrebs im Schnitt länger vergeht als bei Männern (85 gegen 74 Tage), unter anderem, weil ihr Blut im Urin öfter als Blasenentzündung behandelt wird (Cohn et al., Cancer, 2014). Wenn eine Blasenentzündung ausgeheilt ist und der Urin trotzdem Blut zeigt, frag nach einer urologischen Abklärung.
  • Schmerzen, die über Wochen bleiben oder langsam stärker werden.
  • Neu aufgetretene Rückenschmerzen mit bekannter Osteoporose oder nach einer Kleinigkeit wie Husten oder Heben.
  • Einseitig brennende Schmerzen, gefolgt von Bläschen.

Was die Ärztin in der Regel macht

Meist ist die Abklärung weniger aufwendig als die Sorge davor. Nach dem Gespräch und dem Abtasten steht fast immer eine Urinuntersuchung: Rote Blutkörperchen sprechen eher für einen Stein, viele weiße Blutkörperchen für eine Infektion. Bei Verdacht auf einen Stein folgt ein Ultraschall oder eine Computertomographie ohne Kontrastmittel (MSD Manual). Bei Rückenschmerzen mit Verdacht auf einen Wirbelbruch ein Röntgenbild. Blutwerte zeigen Entzündung und Nierenfunktion.

Es hilft, sich vorher ein paar Dinge zu notieren: Wann hat es angefangen, plötzlich oder schleichend? Kommt es in Wellen oder ist es gleichbleibend? Wird es durch Bewegung besser oder schlechter? Fieber, Übelkeit, Blut im Urin, Brennen beim Wasserlassen? Nimmst du Hormone, und wenn ja, als Tablette oder über die Haut?

Was du selbst tun kannst

Trink genug, und zwar gleichmäßig über den Tag. Das ist die einzige Maßnahme in diesem Artikel, die gleich gegen zwei der Ursachen hilft: Nierensteine und Blasenentzündungen. Wenn du dich in den Wechseljahren nachts aus Angst vor dem Harndrang beim Trinken zurückhältst, ist das verständlich, aber genau die falsche Richtung.

Nimm wiederkehrende Blasenentzündungen ernst und frag nach lokaler Östrogenbehandlung, statt jedes Mal nur das nächste Antibiotikum zu nehmen.

Lass deine Knochendichte im Blick behalten, besonders wenn du früh in die Menopause gekommen bist, lange Kortison genommen hast oder in der Familie Osteoporose vorkommt. Und wenn du 60 bist oder älter, frag nach der Gürtelrose-Impfung.

Wenn du eine Hormontherapie nimmst oder beginnen willst und schon Nieren- oder Gallensteine hattest, sprich das an. Das ist meiner Einschätzung nach selten ein Ausschlussgrund, kann aber die Entscheidung zwischen Tablette und Gel beeinflussen.

Und bei rein muskulären Schmerzen: bewegen, Wärme, nicht zu lange sitzen. Wenn dich dabei aber etwas an diesem Schmerz stört, das du nicht benennen kannst, lass es anschauen.

Kurz gesagt

Die Wechseljahre verursachen Flankenschmerzen nicht direkt. Sie machen aber einige Ursachen wahrscheinlicher: Nierensteine werden nach der Menopause etwas häufiger, Blasenentzündungen kehren öfter wieder und können aufsteigen, unbemerkte Wirbelbrüche sind bei Frauen über 60 verbreiteter, als man denkt, und das Gürtelrose-Risiko steigt mit dem Alter. Unter Östrogen-Tabletten kommen Gallen- und Nierensteine häufiger vor.

Viele Flankenschmerzen stellen sich am Ende als muskulär und harmlos heraus, auch wenn ich dazu keine belastbaren Zahlen gefunden habe. Fieber, unbeherrschbare Koliken, ein plötzlicher vernichtender Schmerz und Blut im Urin gehören aber nie in die Kategorie „abwarten". Die widersprüchlichen Studien vom Anfang zeigen vor allem eins: Wer schon einmal einen Nierenstein hatte, sollte das bei jeder Entscheidung über Hormone erwähnen.


Quellen: Maalouf NM, Sato AH, Welch BJ et al.: "Postmenopausal hormone use and the risk of nephrolithiasis: results from the Women's Health Initiative hormone therapy trials", Arch Intern Med, 2010 (PMID 20937929) · Prochaska M, Taylor EN, Curhan G: "Menopause and Risk of Kidney Stones", J Urol, 2018 (PMID 29730204) · Mattix Kramer HJ, Grodstein F, Stampfer MJ, Curhan GC: "Menopause and postmenopausal hormone use and risk of incident kidney stones", J Am Soc Nephrol, 2003 (PMID 12707395) · Hesse A, Brändle E, Wilbert D et al.: "Study on the prevalence and incidence of urolithiasis in Germany comparing the years 1979 vs. 2000", Eur Urol, 2003 (PMID 14644124) · Deutsche Gesellschaft für Urologie: S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis, AWMF-Register 043-025, 2019 · MSD Manual Ausgabe für Patienten: "Flankenschmerz", msdmanuals.com · Porcari I, Uccella S, Casprini C et al.: "Vulvovaginal estrogen therapy for urinary symptoms in postmenopausal women: a review and meta-analysis", Climacteric, 2026 (PMID 40569036) · Nuti R, Caffarelli C, Guglielmi G et al.: "Undiagnosed vertebral fractures influence quality of life in postmenopausal women with reduced ultrasound parameters", Clin Orthop Relat Res, 2014 (PMID 24728662) · Hillebrand K, Bricout H, Schulze-Rath R et al.: "Incidence of herpes zoster and its complications in Germany, 2005-2009", J Infect, 2015 (PMID 25230396) · GPnotebook: "Gürtelrose (Zoster): Klinische Merkmale", gpnotebook.com · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: "Gürtelrose-Impfung bei Erwachsenen", infektionsschutz.de, Stand 10.03.2026 · Cirillo DJ, Wallace RB, Rodabough RJ et al.: "Effect of estrogen therapy on gallbladder disease", JAMA, 2005 (PMID 15657326) · Liu B, Beral V, Balkwill A et al.: "Gallbladder disease and use of transdermal versus oral hormone replacement therapy in postmenopausal women", BMJ, 2008 (PMID 18617493) · Cohn JA, Vekhter B, Lyttle C et al.: "Sex disparities in diagnosis of bladder cancer after initial presentation with hematuria: a nationwide claims-based investigation", Cancer, 2014 (PMID 24496869) Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Er fasst den veröffentlichten Forschungsstand zusammen; die Einordnung des Einzelfalls gehört in fachkundige Hände.

Noch keine Kommentare

Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt.

Kommentar schreiben